Beziehung mit Biss
Haller Tagblatt, vom 26.Oktober 2011
"Elke und Hanna Feucht spielen Mutter und Tochter. In der Inszenierung "Herzlich Willkommen" von Regisseur Peter Hauser bringen sie eine Beziehung mit Biss auf die Bühne. Da war "alles perfekt" - so der Anspruch der Mutter an die Begrüßung der erwachsenen Tochter, die nach langer Zeit zurück nach Hause kommt. Elke Feucht als Mutter Brigitte und Hanna Feucht als Tochter Annika gelang es großartig, das Publikum in ihr Gefühlschaos einzuladen.
Die Mischung aus märchenhafter Kindheitserinnerung und lauten Konflikten, "die endlich ´mal auf den Küchentisch mussten", wurde abgerundet durch das gemeinsame Zubereiten von Maultaschen. Und auch davon bekamen die heiteren Zuschauer eine feine Portion ab."
Weiterlesen: Beziehung mit Biss
Tragikomisches Katz- und Mausspiel
Haller Tagblatt vom 10.November 2010
Eine komplizierte Frauenseele, Eifersucht, Sehnsucht und Liebe – das ist der Stoff der Tragikomödie „Katzen-Spiel“, des Kleinen Theater Hall. Am vergangenen Samstag, 6. November, fand im Alten Schlachthaus die „Weltpremiere“ statt, denn das Stück von Peter Hauser, frei nach István Örkény, gibt es in dieser Form nur in Hall zu sehen. Die Zuschauer treten gewissermaßen als Zaungäste mitten ins Leben von Erzsi (gespielt von Beate Meier-Lang) im Budapest der 50er Jahre. Die Bühne zeigt sechs Bilder, von denen immer zwei „lebendig“ sind und miteinander „kommunizieren“, wobei das Stück an ganz verschiedenen Orten und in verschiedenen Zeitebenen spielt. ... Das tragikomische Katz- und Mausspiel nimmt zum Schluss aber noch eine überraschende Wendung, die Leichtigkeit in das Drama bringt. Mehr sei hier nicht verraten, denn wer die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen mag, dem sei „Katzen-Spiel“ empfohlen. Großes Kompliment an die Amateurtruppe des Kleinen Theaters Hall, das seinem Motto „Theater vom Feinsten“ einmal mehr gerecht wird.
Weiterlesen: Tragikomisches Katz- und Mausspiel
Es grüßt Sie und ihre Mannschaft ...
Zuschrift vom 19.12.2005
Nun schreibt Ihnen kein Theaterkritiker, sondern eine unbedarfte Zuschauerin.
Freitag abend wurde im Alten Schlachthaus "Josef und Maria" gespielt, und am Samstag abend konnte man dies Stück auf 3sat sehen.
So wollte ich mir mal den Unterschied zwischen einem Amateurtheater und einer Profi-Aufführung ansehen.
Der Vergleich fiel eindeutig zu Ihren Gunsten aus. Das Spiel war einfühlsamer, feiner.
Schon zu Beginn: Maria kommt vom Einkauf. Ehe sie sich umzieht, die Tasche abgestellt hat, nimmt sie noch einmal liebkosend das teure Parfüm für die ungeliebte Tochter in die Hand.
Josef, der überzeugte Anti-Alkoholiker trinkt schließlich doch etwas. Man sieht seinen Ekel und Abscheu gut dargestellt.
Weiterlesen: Es grüßt Sie und ihre Mannschaft ...
Abend der Einsamen
Kleines Theater Hall bietet unterhaltendes Zweipersonenstück - Regie mit Mut zur Stille
Haller Tagblatt vom 16.12.2004Zu zweit einen ganzen Theaterabend zu gestalten, ist eine große Herausforderung. Elke Feucht und Rainer Möck vom Kleinen Theater Hall haben sie angenommen - und mit Bravour bewältigt.
In "Josef und Maria" von Peter Turrini spielen sie Ernstes zum Thema Heiligabend und Einsamkeit.
Die Geschichte ist schlicht und durchschaubar: Maria, die Putzfrau, und Josef, der Wachmann, haben an Heiligabend nach Ladenschluss noch Dienst im Kaufhaus. Auf beide wartet kein trautes Heim, kein Festmahl im Familienkreis: Josef hat sich als alter Kommunist dem Wohl der Menschheit verschrieben und gleich gar keine Familie gegründet; Maria ist Witwe, und ihr Sohn hat sie zu Weihnachten ausdrücklich ausgeladen.
Weiterlesen: Abend der Einsamen
Zueinander passen
Kinder zeigen eigenes Theaterstück
Haller Tagblatt vom 22.Juni 2010
Außenseiter schließen sich zusammen: Darum geht es in einem Stück der KreativWerkstatt des Kleinen Theaters Hall. Es wurde von Kindern entwickelt. "Aus Klein wird Groß" hatte eine gelungene Premiere.
"So ein Blödsinn, es hat sich niemand gemeldet." Die erste kleine Schauspielerin auf der Bühne im Theatersaal des Alten Schlachthauses wirft wutentbrannt den Zettel mit der Annonce in die Ecke. Da plötzlich klingelt es. Und noch mal und noch mal. Am Ende sitzen sieben Mädchen in dem Zimmer, das die Bühne darstellt. Sie alle wollen "zueinander passen". Das Problem, das alle haben: So wie sie sind, passen sie nicht zum Rest der Welt. So haben sie sich aus unterschiedlichsten Richtungen zusammen gefunden, um eine Gruppe zu gründen, in der alle zusammen passen. Dabei sind es ganz unterschiedliche Charaktere, die hier aufeinander prallen. Die eine ist ganz schüchtern und traurig, die nächste ist etwas langsam und besserwisserisch, wieder eine andere ist aggressiv, zwei sind sich nie einig, eine andere ist ein Plappermaul und die letzte ist etwas zickig. Alle erzählen "nacheinander, nicht durcheinander!", wie eines der Mädchen mahnt, ihre Lebensgeschichten.
Weiterlesen: Zueinander passen
Minutiös gespielt
Zuschrift eines Lehrers des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Crailsheim:
„Gestisch und mimisch minutiös gespielt“
Schade, dass die Schüler und Kinder noch nicht die Standards im Theater kennen, z.B. dass man die Schauspieler mit reichlich Applaus belohnen muss, oder sogar noch einmal heraus klatscht. Sie haben sicherlich viel mehr Applaus verdient!
Die Umsetzung des Stückes hat mir sehr gut gefallen. Sie war zum Glück nicht zu "kindisch", sondern richtig abwechslungsreich, geradezu anspruchsvoll. Am Anfang macht es die Sprache manchen Kindern recht schwer, in das Stück reinzukommen, aber ich denke, das wurde im weiteren Verlauf dann besser.
Im ursprünglichen Märchen steht eigentlich die Reise der Prinzessin und ihr Erfahrungs- und Lernprozess im Vordergrund. Ihre Wandlung kam bei Ihnen etwas kurz. Sie haben demgegenüber das "Treiben bei Hofe" stärker ausgeweidet, da es mehr komische Elemente ergab. Gerade die komischen Elemente aber wurden von den Schauspielern sehr gut gespielt! Waren das wirklich "Amateure"? Dafür erstaunlich gut! Sie spielten ihre Rollen gestisch und mimisch stets minutiös - so empfand ich das. Und Komik, sogar Slapstick zu spielen, ist sicherlich eines der schwersten Vorhaben auf Bühnen - das ist Ihnen sehr gut gelungen.
Schade fand ich es dann am Schluss, dass die eigentlich geistreiche Idee, vom Ende des Stückes fließend in die abschließende Verbeugung der Schauspieler überzugehen, das Publikum in Bezug auf das Klatschen eher verwirrt hat. Die Zuschauer haben sich an dieser Stelle sicherlich gefragt: "Ist das Stück nun schon zu Ende?", "Ist das jetzt die abschließende Verbeugung oder gehört das noch zum Stück?". Das führte zu einer ungebührlichen Verzögerung des Applauses, obwohl man den so gerne gespendet hat.
Das Bühnenbild war toll und wurde sehr gut und geschickt in das Schauspiel mit einbezogen. Das Schattenspiel trug auch zur großen Abwechslung des Stückes bei.
Insgesamt ein sehr gelungener Theaterbesuch und ich bin mir sicher, dass sich daraus viele Fragen von Seiten der Schüler ergeben! Heute habe ich zudem das Feedback der Schüler eingeholt und sie waren zum größten Teil begeistert.
Daniel Henning
Den Abend bestens verdaut
Wir finden, die Mischung aus Spannung, Komik und märchenhafter Unterhaltung ist für Kinder wie Erwachsene gelungen.
HT-Leserin Carolin Sadler zum "König Drosselbart"
Nach einem sehr erfüllten Theaterabend im Schlachthaus, den meine Kinder Patrice (8 Jahre) und Michelle (11 Jahre) mit mir verbracht haben, warteten wir schon gespannt, was für tolle Fotos wir vom "König Drosselbart" in der Zeitung sehen konnten. Doch schon bei der Überschrift des Artikels schauten wir uns mit erstaunten Blicken an! Frau Everling hat das sehr gute Agieren der Schauspieler erkannt, ihre Kritik jedoch am ernsten und angstmachenden Drosselbart können wir keineswegs nachvollziehen.
Weiterlesen: Den Abend bestens verdaut
Schwere Kost für Kinder
Kleines Theater Hall gibt ernsten "Drosselbart" - Darsteller überzeugen
Haller Tagblatt vom 28.10.2009
Das Kleine Theater Hall war jahrelang bekannt für hintergründig-humorvolle Märchenstücke und fantasievolles Clownstheater. ...
Nun, so scheint es, findet man nicht so recht zum Humor zurück. Für seine Inszenierung hat Regisseur Peter Hauser das Märchen "König Drosselbart" umgeschrieben: Sein König interessiert sich mehr fürs Schachspiel als für Land und Leute. Selbst beim Frühstück im Familienkreis lässt er sich durch eine Puppe vertreten. Der Haushofmarschall füllt das Machtvakuum gerne - außerdem will er die Prinzessin heiraten. Die lehnt ab. So wird ihr ein ganzes Defilée an angeblichen Prinzen vorgeführt. Sie will keinen davon - kein Wunder, haben doch die Diener Pipp und Papp die Aufgabe, möglichst hässliche Männer darzustellen. Einzige Ausnahme ist ein zufälliger Gast am Hofe. Den aber will die Prinzessin wegen seines "Drosselbarts" nicht.
Das Stück hat das Personal einer Komödie: Hofstaat und gleich zwei Dienerpaare.
Weiterlesen: Schwere Kost für Kinder
Salz fürs Leben und Tod fürs Salz
Feine Brause, Heft 02/2008
Die goldenen Zeiten des Historienromans sind vorbei. Dennoch wagt sich das Kleine Theater Hall in seiner aktuellen Inszenierung „Malfälscher-Holzdiebstahl am Kocher“ an das Genre heran und kommt zu einem respektablen Ergebnis.
Obwohl der Untertitel es vermuten lässt und auch mancher Pressebericht in diese Kerbe schlägt: Nein, ein packender Krimi ist es nicht. Wer mit einer entsprechenden Erwartungshaltung ins Theater geht, wird es wohl nicht vollauf befriedigt verlassen. Die Geschichte des Bauern Jakob, der, man weiß nicht ob durch der Menschen oder des Teufels Hand, ums Leben kommt, dient vornehmlich als Gerüst für eine szenische Sozialstudie und wäre ohnehin zu mager, um als Selbstzweck zu bestehen.
Die Geschichte führt in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, zu den kleinen Leuten, dem Landvolk, den Holzbauern am Kocher. Das Leben ist hart und entbehrungsreich. Per Hand und mit der Ochsen Kraft wird der Wald bewirtschaftet, in dem das Holz geschlagen wird, welches die Haller Sieder als Brennstoff benötigen.
Weiterlesen: Salz fürs Leben und Tod fürs Salz
Im Kinderzimmer
Elke Feucht gibt glänzendes Solo-Debüt - "ICH bin Schauspielerin" im Alten Schlachthaus
Haller Tagblatt vom 25.11. 2006Immanuel Kant hat Königsberg seiner Lebtage lang nicht verlassen. Marie Claire beschränkt sich gar auf ein einziges Zimmer - ihr Kinderzimmer. Doch ihr Horizont ist weit, sie hat ja die Fantasie. Elke Feucht gab mit "ICH bin Schauspielerin" ihr Solo-Debüt.
Das Stück handelt von einer Frau, die immer schon Schauspielerin werden wollte, aber bei allen Hochschulen abgeblitzt ist. "Zu wenig Distanz" wird ihr vorgeworfen, denn sie versetzt sich immer ganz und gar in ihre Rollen. So bleibt sie einfach in ihrem Elternhaus, studiert ganz für sich alleine Rollen ein und wartet seit 25 Jahren auf ein Engagement.
Geschrieben hat die Tragiekomödie Peter Hauser, der "Hausregisseur" des Kleinen Theater Hall. Er hat damit ein zeitgemäßes Werk geschaffen - gerade heute, wo durch die Probleme am Arbeitsmarkt viele Menschen wieder in ihren "Kinderzimmern" sitzen und jahrelang auf ein "Engagement" warten. Auch deshalb kann man dem Stück wünschen, dass es ebenfalls an anderen Theatern aufgeführt wird.
Weiterlesen: Im Kinderzimmer
Sinnieren über den Tod
Haller Tagblatt vom 12.03.2008
Kleines Theater Hall spielt „Malfälscher" von Peter Hauser
Bekannt ist das Kleine Theater Hall für seine humorvolle Sicht der Dinge. Jetzt aber hat es ein durch und durch ernstes Stück zur Uraufführung gebracht: "Malfälscher" von Hausregisseue Peter Hauser.
Es handelt vom Holz, das die Haller Sieder für die Feuer unter den Siedepfannen brauchten. Es wurde im Limpurger Land geschlagen und über den Kocher nach Hall geflößt. Dabei ist sicher mancher Stamm abhanden gekommen – und hier setzt Hauser an. Der Titel bezieht sich auf die Male, die ins Holz geschlagen wurden, um zu kennzeichnen, wem es gehörte. Hauser konstruiert kriminelle Machenschaften von Banden, die Holz aus dem Kocher stehlen und Mitwisser gnadenlos beseitigen.
Weiterlesen: Sinnieren über den Tod