Katzen-Spiel

katzenspielEine Tragikomödie über Eifersucht, Sehnsucht und Liebe ... Ungarn in den 50er Jahren - realsozialistische Verhältnisse prägen das Leben der Menschen.
Vor diesem Hintergrund spielt sich auch der Alltag von Erszi Orbán ab, einer verwitweten 60jährigen, liiert  mit Viktor, einem ausrangierten Opernsänger,
der wiederum ein Auge auf ihre Freundin Paula wirft.
Aus der westlichen Perspektive beobachtet und kommentiert Giza, ihre an den Rollstuhl gefesselte Schwester, argwöhnisch das Treiben.
Auch Erszis erwachsene Tochter macht sich bereits Sorgen um ihre Mutter. 

Peter Hauser bearbeitete frei den Kurzroman von István Örkény für das Ensemble des Kleinen Theater in Schwäbisch Hall. 
Örkény war ein ungarischer Schriftsteller und Dramatiker, der Mitte der sechziger Jahre begann, einige seiner Kurzromane für die Bühne zu bearbeiten. Als erstes dieser Stücke wurde 1967 "Tóték" (Familie Tót) aufgeführt. Seit dieser Aufführung gilt Örkény als Begründer des ungarischen absurden Theaters. 1969 folgte dann "Macskajáték" (Katzen-Spiel). Auch diese absurde Komödie geht auf einen Kurzroman aus den sechziger Jahren zurück. Örkény gestaltet darin die Geschichte einer Frau um die sechzig, die in einem sonderbaren Dreiecksverhältnis mit allen von der Leidenschaft diktierten Mitteln um ihre Liebe, und damit um ihre Selbstbehauptung und Menschenwürde kämpft. Dieser Kampf gegen das Naturgesetz des Alterns erscheint komisch und hat dennoch Größe. Frau Orbán lehnt sich gegen die Einsamkeit auf und hilft dabei auch anderen aus der seelischen Not. Mit einem grotesken Katzen-Spiel, einem Miauen hinüber und herüber, bewahrt sie ihre Nachbarin Mäuschen vor der völligen Vereinsamung. Schließlich kommt ihre im Ausland lebende Schwester Giza zu Besuch, und hat Teil an dem lächerlichen, doch zutiefst humanen Katzen-Spiel des Alters. Wie in Familie Tót bedient sich Örkény auch hier des Mittels der grotesken Überzeichnung. 
Das bekannteste Werk von Örkény sind seine Minutennovellen. Mit diesen begründete er eine neue Gattung in der Literatur. Die Minutennovellen entstanden eigentlich als Lockerungsübungen während seiner Arbeit an den Romanen. Sie zu lesen dauert höchstens eine Minute, weshalb sie für die heutige moderne und schnelllebige Zeit wie geschaffen zu sein scheinen. In seinen Kurzgeschichten schildert Örkény das Alltägliche, das Banale, führt dieses aber regelmäßig ins Absurde.
Gleichzeitig wird der Leser herausgefordert, weiterzudenken, da die Minutennovellen oft mit einem offenen Ende versehen sind, das zum Weiterspinnen der Geschichte anregt. Eine erste Tranche dieser über 400 Minutennovellen erschien 1967. Weitere wichtige Werke sind der Roman "Eheleute" (1956), "Prinzessin von Jerusalem" (1966), "Familie Tót", ein absurdes Drama, "Blutsverwandte" (1975) und die Tragikomödie "Katzen-Spiel".
2004 wurde das frühere Klein Madách Theater (Madách Kamara) in Budapest nach István Örkény benannt (Örkény Színház).

herzlichwilkommen


Herzlich Willkommen
Beginn: 04.03.2012, 16:00
Ort: Theatersaal, Altes Schlachthaus

Abenteuer Handicap
Beginn: 18.03.2012, 15:00
Ort: Theatersaal, Altes Schlachthaus


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